|
Der Grippe keine Chance geben
Rechtzeitiges Impfen schützt Menschen über 60 und Risikopatienten besonders gefährdet
Für das Influenzazentrum des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin beginnt die
Grippesaison schon im Sommer. Jedes Jahr machen sich die Forscher des Instituts dann über eingeschickte Rachenabstriche her, um die neuesten Virenstämme zu isolieren. Bis Februar werden nun laufend Proben aus der
ganzen Republik überprüft und die Veränderungen im Virus dokumentiert. Die Daten dienen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Grundlage für die Impfstoffempfehlung der nächsten Grippesaison. Die Impfstoffe für
den kommenden Winter sind dagegen längst schon in Produktion.
Wenn das RKI im September seine alljährliche Impfempfehlung herausgibt, ist es Zeit sich zu überlegen, ob man einer lästigen Grippe nicht vorbeugen möchte. Denn mit einer richtigen
Influenza ist nicht zu spaßen. Schlägt das Virus einmal zu, steigt innerhalb weniger Stunden die Körpertemperatur unter Schüttelfrost-Attacken bis auf über 39 Grad. Zum Fieber kommen starke Kopfund Muskelschmerzen
sowie Übelkeit. Nach drei bis acht Tagen sind diese Allgemeinsymptome zwar meistens wieder verschwunden, der geschwächte Körper braucht aber im Durchschnitt noch ein bis zwei Wochen, um sich von dem Schlag zu
erholen.
Jeden Winter verzeichnen Ärzte in Deutschland eine starke Zunahme der InfluenzaErkrankungen. Diese Grippewellen dauern in der Regel zwischen vier und acht Wochen. In den vergangenen neun
Jahren lag die Spitze zwischen Januar und März", erklärt Michael Köllstadt von
Der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) in Marburg. „Den ersten Anstieg verzeichnen wir aber schon im November“.
Ein kleiner Pieks beugt vor: Jährlich sterben in Deutschland zwischen 4000 und 8000 Menschen an den Folgen der Grippe.
Dabei lässt sich eine Influenza durch eine frühzeitige Impfung vermeiden. Die Immunität ist in den ersten vier Monaten nach der Impfung am höchsten und schützt während dieser Zeit zu
80 bis 90 Prozent. Die WHO empfiehlt deswegen jedes Jahr vor allem den Risikopatienten sich zwischen September und November impfen zu
lassen. Denn selbst wenn trotzdem eine Grippe ausbrechen sollte, verläuft sie wesentlich schwächer als bei einer Ansteckung ohne Impfschutz. Auch das Risiko einer Zweiterkrankung sinkt.
Gefährdete Personen
Zu den besonders gefährdeten Personen zählen vor allem ältere Menschen über 60Jahre. Deren Körper wird bei einer
Erkrankung so geschwächt, das sowohl die Immunabwehr als auch vitale Funktionen wie Herz, Kreislauf oder Nieren unter der Belastung zusammenbrechen können.
Auch chronisch Kranke mit Herz-Kreislauf-Schwäche, Asthma, Nierenproblemen, Tumorerkrankungen oder Immunschwäche sind eine Risikogruppe. Wegen des erhöhten Infektionsrisikos sollten sich
auch Menschen impfen lassen, die beruflich viel mit Menschen zu tun haben oder in medizinischen Berufen arbeiten. Empfohlen wird eine Immunisierung auch Schwangeren, die ihr Kind zwischen November und April erwarten.
Gefährliche Nebenwirkungen der Impfung sind nicht bekannt. Patienten, die gegen Hühnereiweiß allergisch sind, sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten.
Da der Impfstoff in Hühnereiern herangezüchtet wird, können Spuren von Eiweiß im Präparat zurückbleiben.
Informationen auch unter: www.dgk.de/agi
|